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Samstag, 24. August
ÜWG-Bühne

Frau Doktor

Wir schrei­ben das Jahr 1995. Ein Wiesbadener Szenecafe fei­ert ein Straßenfest. Die Livemusik kommt von einer neu­en Wiesbadener Skaband. Erstes Konzert von Frau Doktor. Nun, die Anfangsformation von Frau Doktor (Schlagzeug, Bass, Gitarre, Orgel & Gesang) hielt es nicht lan­ge im Proberaum. Das Ergebnis war bestechend. Viel Spaß und jede Menge Möglichkeiten, die einem der Offbeat bot. Sixties Skasongs wur­den geco­vert und man ver­skate alte Klassiker wie „Strychnine“ von den Sonics. Die ers­ten eige­nen Stücke mit deut­schen Texten klan­gen nach Rocksteady. Die Punkwurzeln der Musiker tru­gen ihren Teil zum Sound bei. Doch das war nicht genug. Man woll­te mehr Musik, mehr Musiker, mehr Party, mehr aus­pro­bie­ren. Es folg­te das ers­te Demotape, wel­ches mit zwei Bläsern auf­ge­nom­men wur­de. Das Zweite kam im Dezember ´96. Ein Jahr dar­auf folg­te die ers­te CD „Süße Skamusik“. Selbstveröffentlicht und erfolg­reich ! Deutschsprachiger Ska kam gut an, also blie­ben die Jungs dabei. Mit der CD ging´s eigent­lich erst rich­tig los. Jetzt konn­te live alles gebo­ten wer­den: Bläsersatz, Orgel, mehr­stim­mi­ger Gesang, eben alles was Ska aus­macht. Frau Doktor bereis­te das gan­ze Land und es sprach sich rum, daß die Band live hielt, was die CD ver­sprach. Im März ´98 gin­gen die sie­ben Freunde wie­der ins Studio und nah­men ihre zwei­te Platte auf. Ein Plattenvertrag wur­de bei Wolverine unter­schrie­ben und die CDMUSS“ wur­de im Juli ´98 ver­öf­fent­licht. Ab hier nahm das gan­ze ande­re Formen an. Interviews, Drogen, Alkohol, Besprechungen, Festivals, Tourneen…… . Für alle mehr als ein Hobby. Aber der Spaß blieb immer im Vordergrund. Die Liebe zum sof­ten Rocksteady oder tra­di­tio­nel­len Instrumentals mach­te es mög­lich auch mal auf einer Hochzeit „nor­ma­les Publikum“ zu begeis­tern. Doch nach wie vor ist der hei­ße Club mit Ska-Punk-Spaß-Publikum der bevor­zug­te Auftrittsort, denn hier ist Liveshow gefragt und das ist nach ca. 250 Konzerten das, was der Band liegt und Spaß macht. Da ist es egal ob 100 oder 1000 Leute, ob die Bühne 30 oder 60 qm groß ist. Mittlerweile ver­stärkt durch fes­te Mitglieder an Orgel, Percussion und Posaune ging es Ende 1999 wie­der ins Studio. Ergebnis: das zwei­te Album „DAUERCAMPER“ (auf Elmo-Records), dies­mal auf CD u n d Vinyl (yes!). Entstanden ist das gute Stück in Schaffhausen (CH), im Studio von und in Zusammenarbeit mit Olivr M. GUZ (die Aeronauten). Diese Platte und die mitt­ler­wei­le ent­stan­de­ne Freundschaft zu Barcelona’s „DR. CALYPSO“ führ­te die Band 2001 auf eine klei­ne aber unver­gess­li­che Tour durch Spanien. Herbst 2002: Das neue Album „PENNER SUPERDISCO“ (Elmo Records), wie­der in Schaffhausen produziert,wird auf der Tour 02 mit gro­ßem Erfolg prä­sen­tiert . Mehr Pop, weni­ger Punk. Nach noch mehr Konzerten, noch mehr Schweiß und Bier ent­schließt sich die Band 2004, einen Abend mit Frau Doktor auf Tonträger zu doku­men­tie­ren, das Live-Album „WUNSCHKONZERT „ ( Elmo Records) ent­steht . Aufgenommen bei einem der legen­dä­ren “ Jahreskonzerte“ im Schlachthof Wiesbaden, gelang es hier, die Stimmung eines Frau Doktor Konzertes ein­zu­fan­gen und der Nachwelt zu erhal­ten. Nach einem Jahr „krea­ti­ver“ Pause machen sich die zehn Herren wie­der an einem neu­en Album zu schaf­fen, dies­mal prak­ti­scher­wei­se „vor der Haustür“ auf­ge­nom­men, im Ultratonstudio zu Bingen! Das Ende 2006 erschie­ne­ne Werk trägt den Titel „WER MICH LEIDEN KANN KOMMT MIT“(erhältlich als CD und Vinyl-Picture-Disc) . Nach der Trennung von ELMO kommt die­se Scheibe in Kooperation zwei­er befreun­de­ter Plattenfirmen raus: Rookie Records & Ritchie Records. Bei Rookie erscheint dann auch 2010 der abschlie­ßen­de Tonträger „Grenzen der Gemütlichkeit“ – eine Best-Of-Sammlung, wel­che neben vie­len Hits und einem neu­en Instrumentalcover die 3 letz­ten neu­en Songs der Band beinhal­tet. Frau Doktor ver­ab­schie­det sich im glei­chen Jahr mit einer letz­ten Tour bei Fans und Freunden. Aus den Überresten des zehn­köp­fi­gen Monsters ent­ste­hen (unter Hinzufügung ein paar wei­te­rer befreun­de­ter Köpfe) in den fol­gen­den Jahren die bei­den Bands CANYOUCANCAN und PUERTO HURRACO SISTERS, wel­che bis heu­te aktiv sind und Tonträger ver­öf­fent­li­chen. FRAU DOKTOR selbst hat in die­sen Jahren immer mal wie­der ver­ein­zelt sel­te­ne Konzerte gege­ben – seit 2015 befin­det sich in den Reihen der „alten Männer“ tat­säch­lich eine jun­ge Frau: Martha ersetzt den in aller Freundschaft aus­ge­schie­de­nen Matze an den Tasten. Im Jahr 2018 ent­schließt man sich noch ein­mal zu einer etwas grö­ße­ren Anzahl von Konzerten, bevor dann im Dezember die Entscheidung fällt, die Bandauflösung abzu­sa­gen.

www.fraudoktor.de